Mallorca mit dem Motorrad

Mallorca mit dem Motorrad: 4 ultimative Routen (und wie Sie sie mit Verstand genießen)

Mallorca passt komplett in den Tank eines Motorrads – aber nicht an einem einzigen Tag. Die Insel ist ein Kurvenparadies mit dem Meer zur einen und der Serra de Tramuntana zur anderen Seite, einem UNESCO‑Welterbe (Kulturlandschaft) mit Trockenmauern, Kanälen und Terrassen, die sich seit Jahrhunderten die Berghänge hinaufziehen. Auf dem Motorrad erlebt man diese Mischung aus Kultur und Geografie mit jeder Kurve, jedem Aussichtspunkt und jedem Café in den Steindörfern.

Bevor es losgeht: Reisezeit, Regeln und Logistik

Beste Reisezeit Frühling (März–Juni) und Herbst (September–November) sind ideal: weniger Verkehr, milde Temperaturen und klare Sicht. Im Hochsommer erfordern Hitze und Reisebusse mehr Geduld, besonders in Tramuntana und Formentor.

Geschwindigkeiten & Licht: In Spanien beträgt die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Motorräder 120 km/h auf Autobahnen/Schnellstraßen und 90 km/h auf Landstraßen; bei getrennter Fahrbahn können 100 km/h gelten. In der Stadt gelten niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzungen (Vorsicht bei Tempo-30-Zonen). In Tunneln und bei schlechter Sicht immer mit Licht fahren.

Zugang zu Formentor (2025). Vom 1. Juni bis zum 30./31. Oktober ist der Zugang von 10:00 bis 22:00 Uhr beschränkt. Bis zum Strand von Formentor (km 8) dürfen Sie ohne Genehmigung fahren, sofern der Parkplatz nicht voll ist; zum Leuchtturm ist die Zufahrt nur mit Genehmigung möglich (Alternative: Bus TIB 334). Verstöße werden per Kameras erfasst. Planen Sie Sonnenaufgang/Sonnenuntergang ein und beachten Sie Schranken und Hinweistafeln.

Ausrüstung & Fahrweise Helm ist Pflicht; leichte, gut belüftete Schutzkleidung mit Protektoren ist empfehlenswert. In der Tramuntana gibt es feuchte Schatten und Ziegen: Linie sauber öffnen, weit voraus schauen und gerade anbremsen. Im Sommer genug trinken und die Mittagsstunden meiden.

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Das Rückgrat: Ma‑10 von Andratx nach Pollença

Kurzfassung. Die Ma‑10 verläuft auf etwas mehr als 100 km von Westen nach Norden durch das Tramuntana‑Gebirge. Es ist nicht die schnellste Straße, sondern ein Asphaltband, das Aussichtspunkte, Klöster und abgelegene Buchten verbindet. Wer sie „richtig“ fährt, verfliegt der Tag zwischen Stopps.

Vorgeschlagene Route (ganztägig):Andratx → Estellencs (Fotostopp an der Steilküste) → Banyalbufar (Café mit Aussicht) → Valldemossa (Bummel durch die Gassen) → Deià (Mirador Sa Foradada) → Sóller (Orangen & Pinienduft im Tunnel) → optional Abstecher nach Sa Calobra (siehe Route 2) → Stauseen Cúber & Gorg Blau → Lluc (Wallfahrtsort & Schatten) → Pollença.

Warum es sich lohnt. Die Eindrücke wechseln unaufhörlich: Steilküsten, Olivenhaine, kurze Tunnel, kühle Talsohlen und dieses fast atlantische Licht über dem Mittelmeer. Die Trockenmauern, die die Hänge terrassieren, sind gelebte Geschichte – nicht bloße Kulisse.

Tipps. Früh losfahren, um auf den Abschnitten Valldemossa–Deià–Sóller weniger Reisebusse zu treffen. In der Gruppe abwechselnd „öffnen“ und „schließen“, damit alle ohne Eile die Aussichtspunkte genießen können.

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Das Ingenieursjuwel: Sa Calobra (Ma‑2141) und der „Nus de sa Corbata“

Kurzfassung. Von der Ma‑10 führt eine schmale Straße 9–13 km zwischen Kalksteinwänden hinab und endet auf Meereshöhe in Sa Calobra. Entworfen vom mallorquinischen Ingenieur Antonio Parietti in den 1930er‑Jahren, beschreibt sie eine 270‑Grad‑Kurve – den berühmten „Krawattenknoten“ –, um ohne Tunnel Höhe zu verlieren. Heute ist die Strecke Pilgerfahrt für Radfahrer und Motorradfahrer gleichermaßen.

So planen Sie es. Stopp in Sóller oder Lluc und früh losfahren: In den ersten Stunden genießen Sie den Abstieg fast allein und steigen ohne große Hitze wieder hinauf. Busspitzenzeiten meiden.

Was Sie erwartet. Verflochtene Serpentinen, guter Belag mit einzelnen losen Steinen, wechselnde Lichtverhältnisse und Ausblicke, die zu Fotopausen an jeder Kurve verleiten. Im Hintergrund die Schlucht des Torrent de Pareis und das tiefblaue Meer.

Fahren. Geduld beim Überholen von Rädern und Bussen – die Straße ist schmal. Immer genügend Sicherheitsabstand für Unvorhergesehenes lassen (Touristen schauen oft mehr auf den Horizont als in den Spiegel).

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Cap de Formentor: Leuchtturm, Klippen und klare Regeln

Kurzfassung. Die Ma‑2210 führt wie eine schmale, über türkisfarbenen Buchten und Kalksteinfelsen schwebende Straße. Von Pollença bzw. Port de Pollença geht es zum Mirador Es Colomer, weiter durch Pinienwälder und an kleinen Buchten (Figuera, Murta) vorbei bis zum Leuchtturm.

Regelung 2025 (wirklich lesen):

  • * Strand von Formentor (km 8): Zugang ohne Genehmigung nur, wenn der Parkplatz frei ist (grüne Ampel, geöffnete Schranke, Schild „geöffnet“).

  • * Leuchtturm (km 8,7): 10:00–22:00 Uhr nur für zugelassene Fahrzeuge (Schranke & Kameras). Alternative: Bus TIB 334 mit Stopps an Aussichtspunkten.

  • * Vor 10:00 Uhr eingefahren? Dann den Sperrbereich bis 10:00 Uhr wieder verlassen oder sich spätestens um 09:58 Uhr hinter km 8,6 befinden – sonst droht ein Ticket.
    Planen Sie Sonnenauf- oder ‑untergang ein und achten Sie auf die dynamische Beschilderung.

Halbtages‑Vorschlag. Port de Pollença → Mirador Es Colomer (Stopp) → Strand Formentor → (ggf. mit dem Bus zum Leuchtturm) → Rückfahrt über die Ma‑2200 mit Badepause und Snack.

Rutas de Mallorca
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Route 1 – Panorama Es Pla: Windmühlen, Einsiedeleien & Wein (½–1 Tag)

Palma → Algaida → Randa (Heiligtum von Cura) → Montuïri → Sineu → Petra (Bonany) → Porreres → Llucmajor → Palma
Warum es sich lohnt. Hier zeigt sich Mallorca von seiner friedlichsten Seite: Felder, Windmühlen und einsame Hügel mit 360‑Grad‑Blicken. Der Aufstieg zum Puig de Randa (543 m) über die Ma‑5018 bietet Aussicht über die ganze Insel – und ein Kloster, in dem man angenehm abkühlt (Kaffeepause empfohlen).

Wichtige Stopps

  • Santuari de Cura (Randa). Aussichtspunkte, kleines Museum und das Gefühl, Mallorca zu Füßen zu haben. Zufahrt über die schmale, gepflegte Ma‑5018 – ideal fürs Motorrad.

  • Montuïri. Land der Windmühlen – kurzer Abstecher für Fotos lohnt sich.

  • Sineu. Mittwochs einer der größten Märkte der Insel (8:00–13:00 Uhr) mit authentischer ländlicher Atmosphäre.

  • Petra – Santuari de Bonany. Hügel (Puig de Bonany, 317 m) mit kurviger Zufahrt und ruhiger Kapelle. Im Ort bietet das Casa Museu de Juníper Serra historische Einblicke.

Fahrtipps

  • Im Es Pla bläst oft Wind: auf offenen Geraden mit Seitenböen rechnen.

  • Regionalstraßen mit gutem Belag; unter Kiefern schattige Abschnitte bei den Einsiedeleien.

  • Wenn eine Weinprobe in der DO Binissalem geplant ist: als Sozius/Sozia mitfahren oder den Besuch ans Tagesende legen.


Route 2 – Nördliche Levante: Artà, Betlem, Capdepera und die Dünen von Mesquida (½–1 Tag)

Artà → Ermita de Betlem → Colònia de Sant Pere → Capdepera → Cala Mesquida
Warum es sich lohnt. Schmale Straßen zwischen Steineichen und Kalkfelsen, Blicke über die Bucht von Alcúdia, eine mittelalterliche Festung und ein geschütztes Dünensystem, in dem der Wind die Sandwellen kämmt.

Abschnitte & Stopps

  • Artà → Ermita de Betlem (Ma-3333). Gewundener Asphalt führt zu einer Kapelle in den Bergen; Fotostopp am Ende der Zypressenallee ist Pflicht. Die Kapelle (gegründet 1805) liegt auf ca. 280 m.

  • Colònia de Sant Pere. Ruhige Uferpromenade zum Beinevetreten..

  • Capdepera (Burg & Leuchtturm). Die Burg krönt den Ort und blickt über den Kanal von Menorca; im Osten wacht der Leuchtturm von Capdepera (1861) über die Klippe.

  • Cala Mesquida. Lebende Düne, Kiefernwald und offenes Meer. Mesquida, Moltó und Agulla sind als ANEI (Gebiete von besonderem Naturinteresse) ausgewiesen: Holzstege respektieren, Dünen nicht betreten.

Natur-Extras

  • Wer die Tour gern mit einer kurzen Wanderung kombiniert, fährt in den Naturpark der Halbinsel Llevant (Zentrum in s’Alqueria Vella) und geht gemächlich Richtung Cap Ferrutx zu wilden Aussichtspunkten.

Fahrtipps

  • Die Ma‑3333 nach Betlem ist schmal; die letzten Kilometer sind steiler. Vorsichtig fahren und in den Haarnadelkurven großzügig ausholen.

  • In Mesquida weht häufig Nordwind: mit festem Vorderrad parken und das Motorrad leicht gegen den Wind stellen.


Route 3 – Llevant Süd: Felanitx, Sant Salvador, Portocolom und Mondragó (½–1 Tag)

Felanitx → Santuari de Sant Salvador → Portocolom → Santanyí → Parc Natural de Mondragó → (Cala Figuera optional)
Warum es sich lohnt. Ein kurzer Bergpass trifft auf türkisfarbene Buchten und kleine Strände – gekrönt von einem Naturpark.

Abschnitte und Stopps

  • FelanitxSantuari de Sant Salvador. Klassischer Aufstieg über die Ma‑4011 (Abzweig von der Ma‑4010): 5 km Kurven bis zum Kloster und dem großen Picot‑Kreuz am Gipfel (509 m). Unterhaltsame Strecke, guter Belag, weite Blicke.

  • Portocolom. Alter Hafen; Pause am Leuchtturm und an der Mole.

  • Parc Natural de Mondragó. In ausgewiesenen Bereichen parken und ein paar Minuten zu S’Amarador oder Cala Mondragó gehen; weiße Buchten, Pinienwälder und geschützte Feuchtgebiete (rund 770 ha Park).

  • Cala Figuera (optional). Kleiner Fjord mit Booten – perfekt für einen Snack vor der Rückfahrt.

Fahrtipps

  • In Sant Salvador blenden manche Kurven: gerade anbremsen, weit voraus schauen, die Linie nicht schneiden.

  • In Mondragó Zufahrten für Fußgänger und Radfahrer beachten: vorsichtig hineinfahren und außerhalb des Dünengebiets parken.

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Praktische Tipps, die den Unterschied machen

  1. Planen Sie in Stunden, nicht in Kilometern In der Tramuntana füllen 120 km mit Fotostopps und Buchtabstechern schnell einen ganzen Tag – und was für einen.
  2. Formentor braucht Planung. Fahrpläne/Restriktionen prüfen und entscheiden, ob Sie den Sonnenaufgang am Leuchtturm erleben (sehr frühe Abfahrt) oder Motorrad + Bus TIB 334 kombinieren. Verstöße werden per Kamera erfasst.
  3. Grenzen & Schilder respektieren. 120 km/h auf Autobahnen; 90–100 km/h auf Landstraßen (je nach Abschnitt); Signalanlagen in Tunneln beachten. Der Spaß liegt in den Kurven, nicht auf den Geraden.
  4. Trinken & Schatten. Im Juli/August alle 45–60 Minuten Pausen einplanen. Extra Wasser mitnehmen und ggf. ein feuchtes Tuch für den Nacken.
  5. Frühstart (oder Siesta) 08:00–10:30 und 18:30–20:30 sind die VIP‑Fenster, um ohne Hitze und Busse zu fahren.
  6. Sorgfältig parken. In Tramuntana‑Dörfern gibt es blaue Zonen und enge Plätze; ebenen Stand suchen und genug Spielraum fürs Lenken lassen.
  7. Wetter‑Plan B, Wenn die Tramuntana mit niedrigen Wolken aufwacht, weichen Sie nach Osten (Llevant) oder Süden (Cura/Sant Salvador) aus. Das Mikroklima hat das Sagen.
  8. Kraftstoff. In Palma, Inca, Sóller oder Pollença volltanken. Dazwischen gibt es weniger Optionen als gedacht; am Wochenende die Reserve nicht ausreizen.
  9. Respekt gegenüber Radfahrern. Mallorca ist ein Mekka des Radsports: mit großem Seitenabstand überholen – geduldig und mit einem Lächeln.

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